Ruth und Iris: Weibliche Identitäten
mit Julia Weber und Laura Freudenthaler
Moderation: Stefan Gmünder

Freitag, 25. September, 19 Uhr
Bücherei Kirchberg am Wagram
Veranstaltungsort: Weritas
Marktplatz 44, 3470 Kirchberg

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Ich erinnere mich an meine unberührte Haut, an die Wärme eines Körpers, als wäre es meine eigene. Ich erinnere mich an das Licht, das mir in die Augen sticht, an die alte Hebamme, ihren fauligen Atem und mit dem Atem die kalte Luft in meinem Gesicht. (Aus: Weil ich Ruth bin, Julia Weber, Limmat Verlag 2026)

Zwei Romane, zwei unverwechselbare Stimmen, ein gemeinsames Thema: Wie prägen familiäre Geschichten und gesellschaftliche Erwartungen weibliche Identität? In Julia Webers Weil ich Ruth bin und Laura Freudenthalers Iris wird sichtbar, wie Erfahrungen früherer Generationen in Körper und Biografien fortgeschrieben werden – und wie Literatur diese eingeschriebenen Muster befragt, verschiebt oder durchbricht.

Auf dem Flughafen ORD bin ich in einer der Abflughallen gestanden, den Kopf in den Nacken gelegt, die lange Reihe der Bildschirme war unmöglich zu überblicken, man musste sie abschreiten […].
(Aus: Iris, Laura Freudenthaler, Jung und Jung 2026)


Julia Weber legte 2017 ihr Debüt Immer ist alles schön vor und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. Franz-Tumler-Literaturpreis, Alfred Döblin Medaille der Universität Mainz. 2017 steht der Roman auf der Shortlist des Schweizer Buchpreises. Zuletzt bei Limmat erschienen: Weil ich Ruth bin (2026)

Laura Freudenthaler veröffentlichte 2017 den Roman Die Königin schweigt, der 2018 als bester deutschsprachiger Debütroman beim Festival du premier Roman in Chambéry ausgezeichnet wurde. 2020 erhielt sie den 3sat-Preis und 2024 den Anton-Wildgans-Preis. Zuletzt bei Jung und Jung erschienen: Arson (2023) und Iris (2026)

©Ayse Yavas
Julia Weber

©Clemens Schmiedbauer
Laura Freudenthaler